Azubi-Scout

UNSERE BEWERBUNGSTIPPS FÜR DICH

Der richtige Weg?

Die Schule hast du nun fast hinter dir. Nur nochmal kurz die Zähne zusammenbeißen, das Abschlusszeugnis bekommen und dann geht‘s los. Deine beruflichen Wünsche und Ziele kannst nur du allein bestimmen. Wenn du irgendwann die Antwort weißt, ist dies gut, wenn nicht, ist dies auch nicht schlimm. Berufliche Wünsche müssen sich oft erst entwickeln, manchmal auch über viele Jahre hinweg. Dies ist aber überhaupt kein Problem, denn du legst dich nicht für alle Zeiten fest. Auch nach einer Ausbildung oder einem Studium kannst du dich immer noch umorientieren – schließlich lernt man ein Leben lang und es ist nie zu spät etwas Neues zu beginnen.

Auch nach deinem Schulabschluss musst du dich nicht sofort für einen Ausbildungsberuf oder einen Studienplatz entscheiden. Du kannst erst einmal einige Praktika absolvieren, um dir unterschiedliche Berufe und Unternehmen genauer anzuschauen. Du siehst – alles ist möglich und du allein entscheidest, welcher Weg für dich der richtige ist!

Solltest du dich dafür entscheiden nach der Schule zunächst eine Ausbildung oder ein Praktikum zu machen, so möchten wir dich mit unserem Magazin tatkräftig unterstützen herauszufinden, welcher dein Traumberuf sein könnte.

DER ERSTE SCHRITT

Deine schriftliche Bewerbung

Nachdem du entschieden hast, bei welchen Unternehmen du dich gerne um einen Ausbildungs- oder Praktikumsplatz bewerben möchtest, gibt es einiges zu beachten.

Viele Unternehmen bieten inzwischen auf ihren Internetseiten Bewerbungsportale an, mit denen man seine Bewerbung elektronisch übermitteln kann. Aber auch hier gilt, dass ein gutes Anschreiben und ein klar gegliederter Lebenslauf Pflicht sind. Du kannst dein Anschreiben, deinen Lebenslauf und deine Zeugnisse und Bescheinigungen dem Unternehmen elektronisch über das Bewerbungsportal, elektronisch per E-Mail oder in Papierform auf dem Postweg zusenden.

DIESE PUNKTE SOLLTEST DU BERÜCKSICHTIGEN

» Lies dir das Geschriebene gründlich durch. Laut vorlesen ist eine sehr gute Methode.

» Verwende den Schriftgrad 12 für dein Anschreiben und deinen Lebenslauf und achte auf sinnvolle Absätze für eine gute Lesbarkeit. Wenn du mehr als eine Schriftart verwendest, ist dies eine zu viel. Achte außerdem darauf gut lesbare Schriftarten wie z. B. Arial zu verwenden.

» Solltest du deine Unterlagen ausgedruckt auf dem Postweg verschicken, achte auf die äußere Form – wähle eine gute Bewerbungsmappe aus, in die du deine Unterlagen legst, und vermeide auf jeden Fall Unebenheiten oder Eselsohren im Papier.

» Zeige deine Bewerbung z. B. deinen Eltern und/oder deinen Freunden und bitte sie um ein Feedback. Vielleicht haben sie noch ein paar Verbesserungsvorschläge für dich. Grundsätzlich gilt 4 Augen sehen mehr als 2.

DEIN ANSCHREIBEN

Dein Anschreiben ist der erste Bestandteil deiner Bewerbung, welches der Empfänger liest. Er verschafft sich einen ersten Eindruck von dir und vergleicht die Stellenanforderungen mit deinen bisherigen Erfahrungen und schulischen Leistungen. Versuche daher, das Anschreiben interessant zu gestalten, um bei dem Empfänger das Interesse zu wecken, deine Bewerbung vollständig zu lesen. Achte darauf dein Anschreiben immer auf das Unternehmen abzustimmen, damit es nicht nach einem standardisierten Massenanschreiben aussieht.

Vermeiden solltest du „kreative“ Bewerbungsanschreiben. Diese sind nur in bestimmte Branchen mit kreativen Berufsbildern erwünscht. Außerdem sollte dein Anschreiben genau eine DIN A4 Seite umfassen. Damit die Bewerbung nicht auf dem Stapel „abgelehnt“ landet, ist es ratsam, das Anschreiben und den Lebenslauf nach den Grundlagen der DIN 5008 zu erstellen. In den Grundlagen der DIN 5008 sind die Schreib- und Gestaltungsregeln festgelegt.

Die wichtigsten Schreib- und Gestaltungsregeln der DIN 5008 sind:

1. Der linke Seitenrand beträgt 24,1 mm und der rechte Seitenrand beträgt mindestens 8,1 mm.

2. Der Anschriftenblock beginnt in Zeile 9. Nach den Grundlagen der DIN 5008 entfällt die frühere übliche Leerzeile zwischen der Straße und dem Ort.

3. Das Datum steht in der 21. Zeile.

4. In der 24. Zeile ist die Betreffzeile, hier wird kurz sowie präzise der Inhalt und der Grund des Schreibens genannt. Diese Zeile wird nicht unterstrichen und das Wort Betreff sowie die Abkürzung „Betr.“  wird nicht geschrieben, dies entspricht nicht den Grundlagen der DIN 5008.

5. Nach der Betreffzeile folgen zwei Leerzeilen und dann folgt die Anrede. Die Anrede wird mit einer Leerzeile vom Textblock abgesetzt.

6. Am Ende des Textblocks wird die Grußformel mit einer Leerzeile abgesetzt und beginnt linksbündig an der Fluchtlinie.

7. Nach der Grußformel folgen drei weitere Leer zeilen, diese bieten Platz für die Unterschrift.

So könntest du starten

Zunächst benötigst du erst einmal einen Briefkopf. Hierzu schreibst du oben links oder rechts deine Daten hin. Diese bestehen aus Name, Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Telefonnummer und deiner privaten E-Mailadresse. Achte bitte darauf eine seriöse E-Mailadresse anzugeben wie z.B. a.west@web.de und nicht so etwas wie growbig55@web.de oder Ähnliches.

Ein wenig weiter unten kommt dann auf der linken Seite die Adresszeile. Hier schreibst du in die erste Zeile den genauen Firmennamen des Unternehmens. Achte hierbei auf die korrekte Bezeichnung. Wenn es sich um die A. Meyer GmbH & Co. KG handelt, genügt es nicht einfach Firma A. Meyer zu schreiben. In die zweite Zeile schreibst du den Namen des Ansprechpartners. In der Regel steht der richtige Ansprechpartner bereits in der Stellenanzeige. Sollte dies nicht der Fall sein, kannst du auch einfach bei dem Unternehmen anrufen und erfragen, wer der richtige Ansprechpartner ist. In die dritte Zeile kommt dann die Straße und Hausnummer des Unternehmens. Danach schreibst du in die vierte Zeile die Postleitzahl und den Ort.

Das aktuelle Datum darfst du auch nicht vergessen. Bei der Datumsangabe kannst du zwischen der numerischen ("21.03.20xx" oder "20xx-03-21") und der alphanumerischen Schreibweise ("21. März 20xx") wählen.

In der Betreffzeile solltest du die Position, auf die du dich bewirbst, und den Fundort der Stellenanzeige angeben. Sofern es keine Stellenanzeige gibt und du dich initiativ bewirbst, schreibst du einfach unter die Position, für die du dich bewirbst, „Initiativbewerbung“ in den Betreff.

Vermeide die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“. Sofern du den Namen des Ansprechpartners kennst, schreibe ihn auf jeden Fall mit seinem Namen an.

Dein Text

Zunächst benötigst du eine Einleitung. Idealerweise kannst du die Einleitung dazu nutzen, dich für das Telefonat oder eine anderweitige Kontaktaufnahme zu bedanken.

Sollte noch keine Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen stattgefunden haben, könntest du beispielsweise auch folgendermaßen starten:

„Ihre Unternehmensvorstellung in der Broschüre „Azubi-Scout“ habe ich mit großem Interesse gelesen. Die Aufgabenbeschreibung entspricht meinen Interessen…“ oder „Ihre Anzeige im "Azubi-Scout 20xx" vom … hat mich angesprochen, weil…“

Nach der Einleitung solltest du deine Motivation gegenüber dem Unternehmen bekunden. Erkläre, was dir an einer Tätigkeit in diesem Unternehmen besonders gefällt und warum du dich gerade bei diesem Unternehmen bewirbst. Anschließend solltest du herausstellen, warum gerade du dich besonders für diese Tätigkeit eignest.

Achte darauf, immer kurze und aussagekräftige Sätze zu formulieren. Nach jedem Satz solltest du prüfen, ob dieser Satz eine neue Information enthält, die für die Tätigkeit in diesem Unternehmen wichtig ist. Verwende auf keinen Fall Aufzählungen, sondern formuliere deine Sätze aus.

Jedes Bewerbungsanschreiben wird mit einem Abschlusssatz beendet, der sich auf das Vorstellungsgespräch bezieht. Vermeide Formulierungen, die den Empfänger unter Druck setzen oder überheblich klingen, wie z. B. „Wann darf ich mich bei Ihnen vorstellen?“. Ein gängiger Abschlusssatz ist: „Über die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch würde ich mich sehr freuen“.

Zum Schluss kommt noch die Grußformel. Hier kannst du die gebräuchlichen Grußformeln „Mit freundlichen Grüßen“ oder „Mit freundlichem Gruß“ verwenden. Mit der anschließenden Unterschrift bestätigst du die Richtigkeit deiner Angaben.


DEIN LEBENSLAUF

Mit deinem Lebenslauf kannst du zeigen, dass du in der Lage bist, dich vernünftig zu strukturieren. Du musst das Rad nicht neu erfinden, sondern einfach nur zeigen, dass du in der Lage bist kunden- bzw. nutzerorientiert zu denken. Sollte dir der Platz einer Seite nicht genügen, weiche lieber auf eine zweite Seite aus, anstatt deinen Werdegang zusammen zu quetschen.

Auch im Lebenslauf solltest du dich auf eine Schriftart (am besten die gleiche wie im Anschreiben) beschränken und den Schriftgrad 12 verwenden. Wenn du die Überschriften, wie z. B. „Schulbildung“, fett und in einem etwas größeren Schriftgrad wie z. B. 14 gestalten möchtest, dann achte bitte darauf, das auch bei den weiteren Überschriften immer so zu machen. Stell die Reihenfolge auf den Kopf, damit das Unternehmen die aktuellen Punkte in deinem Werdegang als erstes sieht. Nicht vergessen – die Unterschrift! Neben dem Anschreiben musst du auch deinen Lebenslauf unbedingt unterschreiben.

Dein Foto

Lass dein Foto von einem Profi erstellen. Gehe auf keinen Fall zu einem Automaten und verwende auch kein privates Bild, auch nicht, wenn es dich bei einem wichtigen Telefonat zeigt!

Deine Kleidung sollte auf jeden Fall zum Dresscode der Firma bzw. der Branche passen. Achte außerdem darauf, dass das Bild aktuell ist. Hast du auf dem Foto braune Haare, dann gehe bitte nicht frisch blondiert zum Vorstellungsgespräch – dies sorgt für unnötige Irritationen.

Bevor du deine Bewerbung an das Unternehmen schickst, sieh dir nochmal deine Profile in sozialen Netzwerken wie z. B. Facebook an. Bist du dort auf Fotos zu sehen, auf denen du betrunken aussiehst oder gibt es sonst irgendwelche Einträge oder Fotos über dich im Internet zu sehen, auf denen du dich nicht vorteilhaft präsentierst?

Bedenke, dass Personalentscheider heutzutage sehr genau wissen, wo sie gucken müssen, um weitere Informationen über ihre Bewerber zu finden.


DEIN VORSTELLUNGSGESPRÄCH

Herzlichen Glückwunsch, du hast eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhalten! Nun heißt es einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Zunächst einmal musst du dich für die passende Kleidung entscheiden. Wie auch schon beim Foto, sollte dein Outfit zur Firma bzw. Branche passen. Je mehr du in diesem Ausbildungsberuf z. B. mit Kunden in Kontakt bist, umso mehr solltest du auf ein korrektes Äußeres achten. Beim Make-up für die Mädels gilt – weniger ist mehr!

Es gibt auch Fragen, die in so gut wie jedem Vorstellungsgespräch gestellt werden und auf die kannst du dich sehr wohl vorbereiten.

Typische Fragen sind:

1. Warum haben Sie sich für diesen Beruf entschieden?

2. Worin sehen Sie die Vor- und Nachteile dieses Berufes?

3. Welche Aufgaben würden Sie gerne und welche nicht so gerne machen?

4. Wo haben Sie sich über diesen Beruf informiert?

5. Wie, denken Sie, sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

6. Warum bewerben Sie sich bei uns?

7. Welche Pläne haben Sie nach der Ausbildung?

8. Was sind Ihre persönlichen Stärken und Schwächen?

9. Sind Sie in irgendwelchen Vereinen tätig?


Mache dir im Vorfeld Gedanken über diese Fragen und versuche für dich schon vor dem Gespräch gute Antworten zu finden, damit du im Vorstellungsgespräch selber nicht erst lange über die Antwort nachdenken musst.

Du solltest im Vorstellungsgespräch auch Fragen stellen. Es ist wichtig, dass du dir ein genaues Bild von der Firma machst. Schließlich wirst du sehr viel Zeit in dieser Firma verbringen, wenn du dort eine Ausbildung machst. Außerdem signalisierst du deinem Gegenüber dadurch, dass du dich auch wirklich für die Firma und den Ausbildungsberuf interessierst.

Und zum Schluss – sei auf jeden Fall pünktlich!